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Zum Pragser Wildsee
Viel besungen, viel gemalt und viel fotografiert: der Pragser Wildsee gilt als eine der urtümlichsten und reichsten Dolomitenlandschaften überhaupt. Entstanden ist dieser See durch eine urgewaltige Katastrophe: gigantische Felstürme gerieten ins Wanken und stürzten in die Tiefe. In der Folge verlegten riesige Steinblöcke das Tal an seiner engsten Stelle.
Aus dem Wasser, das sich dahinter staute, entstand der Pragser Wildsee, ein so genannter Verdämmungssee, der keinen sichtbaren Abfluss aufweist. Das Wasser fließt unterirdisch an der tiefsten Stelle, etwa 36 m unter der Wasseroberfläche, ab und kommt erst ein gutes Stück weiter unten im Tal wieder an die Oberfläche. Am Südufer wird der Pragser Wildsee von der fast 1000 m hoch aufragenden Nordwand des Seekofels begrenzt, dessen ladinischer Name „Sass dla porta“ wohl auf den nahen Übergang ins Reich der Fanes hinweist.
An Sommertagen ist der Ansturm auf dieses an und für sich abgeschiedene Stückchen Erde fast überwältigend. Das Südufer wird von vielen als Badestrand benutzt. Wer den See allerdings in seiner vollen Schönheit erleben und sich ungestört an der in allen Farben schimmernden Oberfläche erfreuen will, muss zeitig am Morgen aufbrechen oder aber den Abend abwarten, wenn sich das Dunkelgrün des Wassers berauschend in das Rot der von den letzten Sonnenstrahlen erleuchteten Berge eingliedert.
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